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Freitag, 12. September 2014

Mutter am Spieß - Geburt in Kambodscha

Für das aktuelle ÜMG Ostasiens Millionen zum Thema "Verändert Mission Kultur" habe ich einen Artikel über recht seltsame Rituale rund ums Mutterwerden in Kambodscha verfasst. Leider erschien nur ein kurzer Auszug aus dem Artikel, deshalb hier die komplette Version. 

Wir treten aus dem hellen Tageslicht in die Hütte. Die Augen müssen sich an die Dunkelheit gewöhnen. Auf dem Holzbett liegt die Mutter mit ihrem neugeboren Säugling. Sie ist in eine dicke Decke eingepackt. Die Füße stecken in Wollsocken, auf dem Kopf trägt sie eine warme Mütze. Eine Frau schürt die glühenden Kohlen unter dem Bett. Was ist los? Winterstimmung bei tropischer Hitze?


"Mehrgenerationenhaus"
Die Geburt des ersten Kindes ist in einigen asiatischen Gesellschaften mehr als ein einschneidendes Erlebnis. Sie ist für die Mutter eine Initiation, ein Aufstieg in einen neuen Zustand. Das erste Kind macht sie in den Augen der Gesellschaft zur reifen Frau. Dies ist so wichtig, dass eine Reihe von gesellschaftlichen Regeln und Verboten („Tabus“) damit verbunden sind.

Glühende Kohlen unter dem Bett sind Geschmacksache. Sie schaden jedenfalls nicht.

Das Kind hängt schon am Tropf
Gefährlich wird es bei Ernährungstabus. Es ist stillenden Müttern in den ersten Monaten verboten, Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Man sagt, dass dies den inneren „Energiehaushalt“ durcheinander bringt. Die Folge ist, dass bereits nach kurzer Zeit Mangelerscheinungen auftreten, bei Mutter und Kind.

Wir hielten uns nicht an diese Regeln. Kaum war unsere Tochter Evelyn und zwei Jahre später Bianca geboren, aß Marlen, was ihr gut tat. Am wichtigsten waren Vitamine, die im leckeren kambodschanischen Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind. Marlen wurde nicht krank. Die Kinder gediehen prächtig.

Nachdem unsere Haushilfe unsere unbekümmerte Missachtung lange beobachtet hatte, vertraute sie sich Marlen eines Tages an. „Ich sehe, dass du dich nicht an unsere Tabus hältst. Deine Kinder sind gesund und du auch. Ich glaube, wir sollten auch damit aufhören. Dir schadet es nicht.“

Es gibt Gewohnheiten, die sitzen so tief, dass sie durchs Reden alleine nicht verändert werden. Die Menschen müssen unseren Alltag beobachten. Dazu müssen wir unser ganzes Leben mit ihnen teilen.

Das braucht Zeit. Aber so ändern sich Dinge – im natürlichen und auch im geistlichen Bereich.

Samstag, 13. Juli 2013

Phnom Penh Eindrücke

Phnom Penh - eine spannende Stadt. Früher durfte kein Gebäude höher sein als der "heilige" Hügel, auf dem das Kloster steht, das der Stadt seinen Namen gegeben hat. Vor wenigen Jahren wurde dieses "Gebot" vom Präsidenten verbal aufgehoben. Seitdem ist die Stadt voller riesiger Baustellen. Manche Gebäude sind schon fertig. Andere sind noch im Bau. Wiederum andere wurden begonnen, aber aufgrund fehlender Finanzen kamen sie nie über den Rohbau hinaus.

Bei unserem Besuch im Schwimmbad auf dem Dach eines Hotels konnten wir wunderbare Panoramabilder von der Stadt machen.

Klicke auf das Bild, um zum Album zu gelangen:
Phnom Penh Eindrücke

Mittwoch, 1. Mai 2013

Aus Fehlern lernen

Ein tolles Heft über das "gut gemeint und schlecht gemacht"... Mit einem Artikel aus unserer ehemaligen Arbeit in Kratie. 

Mittwoch, 24. Juni 2009

Literacy unter den Phnong in Mondulkiri, Kambodscha



Ein interessantes Video, wie eine mir bekannte Organisation Minderheiten mit einer anderen Sprache Lesen und Schreiben beibringt. Klasse.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Montag, 15. September 2008

Das Geisterfest hat begonnen

Heute beginnt unser Urlaub in Vietnam. Ohne es zu wissen, sind wir die ganze Zeit ders Geisterfestes ausser Landes. Wow, da haben wir Glueck gehabt... Heute morgen wurden wir um 3 Uhr in der Fruehe geweckt!! Die Lautsprecher vom oertlichen Tempel sind in alle Himmelsrichtungen gestellt und machen lange vor dem Morgengrauen darauf aufmerksam, dass die Geister der verstorbenen Familienangehoerigen jetzt auf ihre Versorgung warten. Dieser Laerm wird fuer 2 Wochen von morgens um 3 bis abends um 9 oder 10 Uhr durchgehend zu hoeren sein!

Einmal im Jahr werden die Geister naemlich fuer einen Monat aus der Hoelle herausgelassen, um in 7 Tempeln nach Essen zu suchen, das ihnen von ihren Familien dargebracht wird. Finden sie nichts vor, werden sie boese und suchen ihre Familien mit Krankheiten und Unglueck heim! Darum ist jede Familie darauf bedacht, die noetigen Opfer zu bringen. Vor allem finden die Opferungen in der Nacht statt, da Geister bekanntlich das Tageslicht scheuen.

Wir haben am Sonntag im Gottesdienst darueber geredet, dass der Teufel ein Luegner und ein Moerder ist und fuer Menschen NIE etwas Gutes im Sinn hat. Darum schuetteln wir ueber dieses Fest auch nicht den Kopf, sondern beten darum, dass unsere Christen in dieser Zeit keine Angst haben. Bisher waren mit diesem Fest immer Rueckschlaege in unserer Arbeit verbunden. Darum wollen wir fest bleiben, denn: "Wenn wir fest mit Jesus verbunden sind und dem Teufel widerstehen, dann flieht er WEIT von uns fort!" (Jakobus 4:9)

Donnerstag, 11. September 2008

Asiatische Krankenbesuche

Daniel ist krank und kann nicht am Treffen aller Gemeinden im Snuel-Distrikt teilnehmen. Ob man ihn denn besuchen könne, fragt man mich? Ich denke kurz nach und sage: „Natürlich kann man ihn besuchen, aber nicht zu lange, denn es geht ihm wirklich nicht gut.“ Eine typisch westliche Antwort eben.

Damit hatte man schon gerechnet. Einer der Leiter erzählt von einem Erlebnis. Ein amerikanischer Missionar war krank. Wie in Asien üblich, kam ein Khmer-Pastor, um ihn zu besuchen, zu ermutigen und mit ihm zu beten. Kaum war der Besucher angekommen, wetterte der Patient schon los (zumindest hörte es sich für den Kambodschaner so an): „Ich bin krank, kann man mich nicht mal in Ruhe lassen?? Ich brauche keine Leute, die ständig in meinem Haus ein- und ausgehen!“

„Wir sind nicht so“, erklären mir die Leute. „Wir wollen doch wissen, wie es unseren Freunden geht! Darum gehen wir gemeinsam mit einigen Leuten zu Besuch. Dann schauen wir persönlich, was los ist. Wir denken miteinander darüber nach, was das für eine Krankheit ist, und welche Wurzeln oder Kräuter ihm gut tun würden. Dann beten wir gemeinsam und gehen dann wieder nach Hause. Aber wir können unsere Geschwister in so einer Situation nicht alleine lassen!“

Was für eine tolle Einstellung. Statt „Privatsphäre“ (Einsamkeit) gibt es Gemeinschaft. Statt sich alleine auf den Doktor verlassen, besinnt man sich auf das, was einem selber schon geholfen hat. Man wartet nicht darauf, bis der „Kranke die Ältesten zum Gebet ruft“, sondern man bietet das Gebet an – oft ist es das erste, was man tut, wenn man krank wird.

Ich erinnerte mich an meine erste Erfahrung mit dieser Art, Kranke nicht alleine zu lassen. Ich hatte Fieber und konnte nicht in den Gottesdienst gehen. Natürlich fragten die Leute an dem Sonntag nach mir. Als sie hörten, was los war, beteten sie im Gottesdienst sofort für mich. Im Anschluss machte sich fast die ganze Gemeinde auf, um mich daheim zu besuchen. So sassen wir alle im Wohnzimmer auf dem Boden und beteten gemeinsam für meine Genesung.

Am Anfang war das schon ein „Schock“, als über 10 Personen auftauchten. Aber später dachte ich: Was ein tolles Zeichen von Liebe und Freundschaft. Ich gehöre zu diesem Kreis von Brüdern und Schwestern dazu. Sie sorgen sich um mich, obwohl ich Ausländer bin. Wie hat mich das ermutigt!

Solche Krankenbesuche wünsche ich mir auch in Zukunft!

Sonntag, 27. Juli 2008

Heute sind Wahlen

Heute wird in Kambodscha gewählt. Die "Kambodschanische Volkspartei" hofft, diesmal alleine regieren zu können, was bestimmt in Erfüllung geht. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse, und was danach folgt.
Aber dieses Wochenende ist vieles anders als sonst:
  • Gestern war den ganzen Tag der Strom abestellt, von 6 Uhr morgens bis um 21:30 abends. Sollte man besser nicht fernsehen, damit man nicht noch Argumente von anderen Parteien hört? (Bei den letzten Wahlen konnte man 3 Tage lang keine SMS verschicken, auf Wunsch der Regierung!!).
  • Heute darf niemand reisen. Es fahren keine Busse, keine Taxis, nichts. Die Leute sollen daheim sein und wählen.
  • Heute ist die Grenze zu Vietnam dicht. Die meisten Früchte, die auf dem Markt verkauft werden, sind von dort. Aber am diesem Sonntag ist tote Hose...
  • Heute waren nur wenige Kinder in der Sonntagschule. Die meisten durften ihre Eltern zum Wählen begleiten, in schönen Sonntagskleidern.
  • Heute war niemand im Gottesdienst. Die Gemeindeglieder mussten wählen gehen, und das geht nur von 8-15 Uhr...
Morgen wird wieder alles wieder normal sein. Hoffentlich!

Freitag, 21. März 2008

Literacy Reise

Gestern war ich mit Mike und Rebecca in 2 Literacy Dörfern. Wir waren ein bischen enttäuscht, das nur etwa die Hälfte der Kinder anwesend waren. Viele Kids müssen den Eltern auf den Feldern helfen. Momentan sind die Preise für Süsskartoffeln hoch, da scheint es den Eltern klüger zu sein, wenn die ganze Familie Kartoffeln pflanzt statt in die Schule zu gehen. Kurzfristiges Denken!!! Wie viele Jahre / Jahrzehnte es noch dauert, bis man auch in den Dörfern den Wert von Bildung und Erziehung erkennt?!?
 
Abends war ich mit Herrn Sott gemeinsam auf einer Hochzeit eingeladen. Da zur angegebenen Zeit noch nichts los war, fuhren wir spontan zur 5 KM entfernten Vietnamesischen Grenze und unterhielten uns ein bisschen mit den Grenzern dort. Mittlerweile kann man dort bei einer Einreise von Vietnam ein Visum für Kambodscha bekommen, echt ein Fortschritt! In diesem Jahr wollen wir endlich mal selber nach Vietnam gehen und hoffen, direkt über die Grenze in der Nachbarschaft einzureisen. Wir waren noch nie dort und wollen das Land gerne sehen, bevor wir nach DE gehen.

Freitag, 2. November 2007

Adoption auf Khmerart

Als ich die Holztreppe hochgestiegen war und in den grossen Raum trat, sah ich das Baby in einer Wippe liegen, direkt vor dem Fernseher. So ein kleines Kind, erst 10 Tage alt. Ich sah mich um, wer denn wohl die Mutter ist. Die erkennt man in Kambodscha an einer warmen Wollmütze und dicken Kleidern, in denen sie sich für 3 Monate von der anstrengenden Geburt erholen.
 
Statt einer vermummten Frau sah ich eine junge Dame in Jeans und einer schicken Bluse. Ist sie die Mutter? Kaum möglich, wenn man die Traditionen kennt. Sie war es tatsächlich. Es war ihr Kind, und doch wieder nicht.
 
"Ich habe eine schwangere Frau gebeten, mir doch ihr Kind zu überlassen, wenn es geboren ist. Ich kann nämlich keine Kinder bekommen. Als die Frau ihr Kind gerade zur Welt gebracht hatte, kam sie mich sofort rufen. Da habe ich es gleich von der Mutterbrust weggeholt und zu mir geholt!"
 
Wie teuer ist so eine Adoption? "Sie hat 50 Dollar für das Kind genommen."
 
Und ob sie Angst hat, dass die Mutter eines Tages ihren Schritt bereut und das Kind zu sich zurückholt? Sie wohnt schliesslich in der Nachbarschaft. "Ja, davor habe ich schon Angst. Aber wenn das passiert müssen wir eben sehen, was wir machen."
 
Adoption auf Khmerart. Unkompliziert, billig; aber immer wieder Herz zerreissend!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Evelyn in der Khmerschule

Evelyn geht seit gestern in die Khmerschule. Vorher hatte sie noch ein bisschen Bammel... Aber als sie dann morgens in ihrer schicken Schuluniform aus dem Haus ging, war sie glücklich. Und als sie um 10 wieder nach Hause kam, strahlte sie übers ganze Gesicht!
 
Die Schule beginnt um 7. Erst müssen sich die Kinder in langen Reihen hintereinander aufstellen, dann gehen sie ins Schulzimmer. Gestern haben sie schon 3 Lieder und den ersten Buchstaben des Khmer-Alphabets gelernt. Zwischendurch haben sie eine lange Pause. Das Schönste ist, dass sie mit ihrer besten Freundin zusammen in die Schule geht.
 
Für Srey Char, die Freundin, ist es auch ein grosses Glück. Wenn Evelyn nicht in die Schule ginge, würden ihre Eltern sie bestimmt nicht in die Schule schicken. Ihre Mutter ist spielsüchtig und der Vater ist wegen seiner Arbeit oft nur am Wochenende zu Hause. Jetzt muss sie morgens aus den Federn, auch wenn sie am Abend vorher bis um 9 noch Fernsehen geguckt hat. Noch geht alles ein bisschen langsam am Morgen. Wir hoffen und beten, dass Srey Char einen guten Start hat und viel fürs Leben lernt - Familie hin, Familie her!

Mittwoch, 14. März 2007

Mittendrin in der Hochzeits-Saison

Was für eine Zeit! Fast täglich finden Hochzeiten statt. Und nicht diskret in Hallen, Gemeindehäusern oder Restaurants. Sondern Open-Air, laut und lang!! Da wir jetzt am Markt wohnen, bekommen wir die meisten hautnah mit. Die meisten Lautsprecher sind in unsere Richtung ausgerichtet.
Hochzeiten dauern 1 - 1 1/2 Tage. Am Nachmittag und Abend des ersten Tages chanten die Mönche Glück und Segen auf das glückliche Paar. Ausserdem werden sie belehrt in Sachen Eheglück, leider aber in alten Sprachen, die kein Mensch mehr versteht...
Am zweiten Tag wird die Nachbarschaft um 4 Uhr morgens mit traditioneller Musik geweckt. Um 7 gibt es eine kurze Pause, danach geht es weiter mit verschiedenen Programmpunkten, die allesamt per Lautsprecher verstärkt werden. Um 3 ist das vorbei, und um 4 geht dann das Hochzeits-Essen los. Meist mit Live-Musik und Tanz bis um 11 Uhr nachts.
Die allernächste Hochzeit fand 10 Meter vor unserem Haus statt! Die zweitnächste 50 Meter hinter unserem Haus, fast unter dem Kinder-Schlafzimmerfenster. Heute lärmt ausnahmsweise keine Hochzeit, sondern eine Beerdigung. Den Lautsprecher sehen wir vom Balkon aus aber auch sonst haben wir zu jeder Tageszeit laute Unterhaltung.
Mittendrin statt nur dabei! Die Khmer sagen: "Das ist Super!" Mögen wir uns diesbezüglich auch noch anpassen......

Mittwoch, 15. November 2006

Streit in der Nacht

Nachts hört man alles. Die Wände sind dünn, die Fenster offen, auf der Strasse ist kein Verkehr.
 
Als wir um 10 ins Bett gehen, hören wir Geschrei in der Nachbarschaft. Ein Mann und eine Frau schreien sich an. Dann fliegen Dinge gegen die Holzwände, es kracht wie verrückt. Das Schreien wird Gejammer, dann Gewimmer. Dann ist Ruhe. Gespenstisch. Wenig später hört man Leute die Strasse entlang gehen. Ein Mann geht voraus, eine Frau schluchzend hinterher. Was wohl los war?
 
In dieser Nacht hat wahrscheinlich niemand gut geschlafen, obwohl Streit und Schlägereien fast alltäglich sind. Kambodschaner greifen selten ein und schlichten. Jeder soll seine eigenen Probleme lösen... Wir wissen auch nicht, was wir tun könnten, ausser zu beten. Sich in fremde Angelegenheiten einmischen kann helfen, oder auch nicht. Trotzdem: als Ausländer können wir manche Dinge tun, die sich sonst niemand traut.
 
Am nächsten Morgen hören wir mehr. Die Frau ist im 2. Monat schwanger. Sie und ihr Mann streiten sich oft und heftig, aber noch nie so schlimm und brutal wie in der Nacht zuvor. Beide haben scheinbar dicke Köpfe und können nicht nachgeben. Allerdings hat der Mann eine zweite Frau in einer anderen Provinz, was hier keine Seltenheit ist. Dazu kommen Hormonschwankungen zu Beginn der Schwangerschaft, und die Eskalation ist vorprogrammiert.
 
Diese Nacht hat uns wieder aufgeweckt. Wie können wir Gott danken, dass wir Jesus kennen! Wie gut haben wir es, dass wir uns lieben und treu sein können. Wenn Jesus unseren Nachbarn ihr Herz aus Stein wegnimmt und ein Herz aus Fleisch gibt, werden die Nächte in Zukunft ruhiger werden. Möge Gott viele Wunder im Leben dieser Menschen tun!

Samstag, 4. November 2006

Zahltag

Heute waren wir wieder zur Kinderstunde in Gamleig, und das Dorf war im Aufruhr! Am 4. des Monats wird den Gummiplantagen-Arbeitern das Gehalt bar ausbezahlt.
 
Spannend war zu sehen, wie viele Leute, vor allem Verkäufer, mit kleinen Büchlein durchs Dorf liefen. Viele kaufen und essen auf Pump und am 4. des Monats wird abgerechnet. Bücher voller Namen und Zahlen, lauter Schulden.
 
Ich dachte: Wie wird das mal im Himmel sein, wenn die Bücher aufgeschlagen werden und abgerechnet wird. So ähnlich? Nur, dass die meisten keine Währung haben, die angenommen wird...

Freitag, 13. Oktober 2006

Essen wie Asterix und Obelix

Unsere Nachbarn sind Schweinehändler. Gestern war wohl ein besonderer Tag. Sie hatten ein Schwein halbiert und auf einen grossen Spiess gezogen. Die Kohlen glühten rot. Ich setzte mich dazu und genoss frisch gebratenes, knuspriges Schweinefleisch. Lecker!
 
Ich wusste zum Glück nicht, wo das Schwein herkam. Ein anderer Nachbar züchtet Schweine. Seit einigen Wochen geht eine seltsame Krankheit durch seinen Stall. Ein krankes Schwein frisst normal, kotzt anschliessend Blut und ist tot... Infizierte Tiere werden mit Antibiotika gespritzt, auf gut Glück, ohne Erfahrung und (bisher) ohne Erfolg... Hätte ich gewusst, dass mein Asterix-und-Obelix-Menü auch so ein verendetes Tier war, hätte ich mich besser zurückgehalten...
 
Wenigstens hatte ich mal wieder einen Berührungspunkt mit den Männern der Nachbarschaft. Dafür war es wertvoll!

Montag, 9. Oktober 2006

Totenfest-Nachlese

Gestern hatten wir die bisher niedrigste Zahl von Besuchern seit wir hier ankamen... Im Tempel fand ein grosses Volksfest statt, die Attraktion des ganzen Dorfes! Wir dachten eigentlich, dass es nach dem Totenfest langsam wieder bergauf geht. Noch scheint es nicht soweit zu sein.
 
Gestern kam eine Frau aus der Nachbarschaft, die erst einmal dabei war und ein Junge, der fast jeden Sonntag gut zuhört. Das Thema war Johannes 3: Wiedergeburt (ein heisses Thema in einem Land, wo der Glaube an die Reinkarnation unerschütterlich ist!).
 
Wir hoffen, dass bald wieder mehr Leute kommen. Und nicht nur kommen, sondern vor allem: ein neues Leben mit Jesus beginnen und von seiner Liebe begeistert sind!

Samstag, 23. September 2006

Willkommen zum Totenfest

Wer immer noch der Meinung ist, das Buddhisten glückliche Leute sind und ihr Glaube retten kann, sollte im Oktober mal nach Kambodscha kommen.
 
Nachts werden wir jetzt zwischen 3 und 4 Uhr morgens aus dem Bett geworfen!! Diesen Monat findet das "Totenfest" statt, das zweitgrösste Fest des Jahres. Dem Glauben zufolge, werden die Geister der Verstorbenen für einen Monat aus der Hölle gelassen, damit sie sich einmal wieder satt essen können. Sie streifen durch 7 Klöster. Wenn ihre Verwandten dort keine Nahrung für sie hinterlassen haben, werden diese mit Krankheiten und Problemen aller Art bestraft!  Es traut sich fast niemand, dieses Risiko einzugehen.   
 
Nachts um 3 werden in den Tempeln die Lautsprecher angemacht. In Ohrenbetäubender Lautstärke werden wehleidige Lieder über die umherziehenden, hungerden Geister der verstorbenen Eltern abgespielt sowie Singsang-Gebete in antiken Sprachen gesprochen. Der Hauptzweck ist, den Glauben an die - in böse Geister verwandelte Ahnen - zu mehren und Menschen Angst zu versetzen, damit sie ihre Opfer bringen. Wie das in unserem Haus ohne Fensterscheiben klingt und wie gut man dabei schläft, könnt ihr vielleicht ahnen...  
 
Diese Zeit ist für unsere jungen Christen extrem schwierig. Auch von ihnen wird erwartet, dass sie den Verwandten Opfer bringen. Donnerstag haben wir alle gemeinsam den Tag verbracht und uns gegenseitig mit Liedern, Gebet, Gottes Wort und gutem Essen ermutigt.  Die Zahl der Gottesdienstbesucher hat in diesem Monat ziemlich abgenommen, was zeigt, wie Satan die Menschen in Ketten hält!

Freitag, 14. Juli 2006

Unser Hochzeitstag!

Letzte Woche feierten wir unseren 8. Hochzeitstag nach. Unsere Kurzzeiterin guckte nach den Kindern, und so konnten Marlen und ich ganz alleine und privat nach Kratie fahren, um eine Pizza oder sonstwas Schönes zu geniessen.
 
Um 7 fuhr unser Taxi. Nissan hat ein schönes Modell mit viel Platz im Fahrerhaus und einer überdachten Ladefläche hinten, wo man sitzen kann. Statt der vorgesehenen 8-10 Personen drängten sich 17 Erwachsene auf die schmalen Bänke, plus einige Kinder. Auf dem Dach sassen nochmals 6 Männer. Überall, auf dem Dach und zwischen unseren Füssen, lagen Säcke mit Obst und allen möglichen Sachen. Es war eng, aber es fand sich immer noch Platz für neue Fahrgäste.
 
Kurz vor Kratie gab es eine Polizeikontrolle. Zuhause hätten die uniformierten Kollegen am dem Gefährt bestimmt hunderte von Mängeln gefunden. Hier ging es nur darum, das Fahrgäste auf dem Dach sassen, aber mit einigen tausend Rieln (vielleicht 1 oder 2 Dollar) war das Problem behoben. Kurz darauf gab es wieder einen Stop. "Wir sind gleich da. Geht besser nochmals pinkeln." Fast alle Fahrgäste quälten sich aus dem Auto und schlugen sich in die Büsche. In Kratie gibt es keine öffentlichen Toiletten, darum war das gar keine schlechte Idee.
 
Als wir ankamen, hatten alle westlichen Restaurants zu. Schliesslich kamen wir doch noch zu einem Hamburger. Nach 3 Stunden "feiern in Freiheit" fuhren wir wieder nach Snuel zurück.

Sonntag, 25. Juni 2006

Kambodscha im WM-Fieber!

Kambodscha ist im Fussballfieber! An allen Ecken kann man Wetten für die Spiele des Tages abschliessen. Ahnt man oft nicht schon vorher, wer Sieger wird? Natürlich! Der ersehnte Reichtum scheint zum greifen nah!
Aus diesem Grund wird viel Geld in die Wettbüros getragen. Allein in der Hauptstadt Phnom Penh geht man von täglichen Wetteinsätzen von 2 Millionen US$ aus!! Aber im 7ärmsten Land der Welt ist das Geld knapp! Die Zahl der Einbrüche und Motorraddiebstähle ist sprunghaft angestiegen. Ein Angstellter z.B. stahl 40.000 US$ (!) von seiner Firma und verlor alles Geld in einem Spiel!
Eine Wurzel allen Übels ist die Geldgier! Wer reich werden will, gerät in  Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.
Wir wünschen es unseren Freunden so sehr, dass sie in Jesus ihren Vater und Versorger kennenlernen. Er gibt seinen Kindern immer genug. "Jeder ist reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat." 1 Timotheus 6 (Hfa)
Du und ich, wir wollen Jesus heute bewusst danken und mit dem zufrieden sein, was wir haben!