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Dienstag, 16. Juli 2019

Damals in Kambodscha - Was seitdem geschah

Ein kurzer Rückblick auf unsere Arbeit mit OMF in Snoul, wo wir von 2006-2009 lebten. Der Artikel fasst die Gründe, warum wir damals in diesem Ort mit der Arbeit begannen, gut zusammen und führt weiter, was seitdem geschah.

Link zu Artikel: Gemeindebau im ländlichen Kambodscha

Diese Woche werden wir dorthin fahren und hoffen, viele alte Bekannte wieder zu sehen. Ein Ehepaar aus den USA (die 2001 in Kratie unsere Teamleiter waren) halten die Stellung. Wir sind gespannt, was sie zu erzählen haben.

Teamfoto 2007. Good old time...

Austausch und Gebetstreffen mit Gemeindeleitern anderer Dörfer

Ganz wichtig: Musikunterricht. Khmer lieben Musik!

Wie man sieht: Gottesdienst am Sonntag Morgen.
Liederbücher, Bibeln, Obst - was braucht man mehr!

Mittwoch, 13. Juni 2012

Was für eine Art von Gemeinde braucht Frau Hu?

Frau Hu: rechts. Daneben: Elisabeth Weinmann.
Frau Hu ist Verkäuferin in einem großen Einkaufs-zentrum. Ihre Kinder sind tags-über in der Kita. Abends werden sie von den Grosseltern abgeholt und betreut.

Während der langen Arbeitsstunden im Kaufhaus wird von mehreren Seiten Druck auf sie ausgeübt. Frustrierte Kunden lassen ihren Frust an ihr aus. Ihr Abteilungsleiter drängt sie, die Produkte ihrer Marke zu verkaufen. Werden die Ertragsforderungen nicht erfüllt, droht schnelle Kündigung. Das macht ihr gerade im Moment grosse Sorgen, denn diesen Monat läuft der Laden sehr schlecht. Sie hat am 10. Juni erst 60.000 NT (1.500 Euro) ihres Monatsziels von 300.000 NT (7.500 Euro) erreicht.

Frau Hu ist froh, dass sie ihren freien Tag am Sonntag nehmen kann, denn die Geschäfte haben sieben Tage in der Woche geöffnet. Jeden Monat bekommt sie vier freie Tage. Braucht sie einen Extratag frei, muss sie den Lohn für ihre  Vertretung selber bezahlen.

Elisabeths Team aus taiwanesischen Mitarbeitern und einem anderen Missionarsehepaar hat die Zentren der Innenstadt unter sich aufgeteilt, in denen sie regelmässig von Stand zu Stand gehen, evangelistische Zeitschriften verteilen und die Frauen zu Nachtveranstaltungen einladen. Mittlerweile gibt es ein Netzwerk von neun Kleingruppen in verschiedenen Einkaufszentren. Wenn Frauen ihren Arbeitsplatz wechseln, werden sie an einem anderen Ort aufgefangen.

Warum baut Elisabeth Gemeinden und Hauskreise unter diesen Verkäuferinnen auf? Weil das Programm der traditionellen Gemeinden an den Bedürfnissen dieser grossen Bevölkerungsschicht vorbeigeht: 
  • Gemeinden treffen sich Sonntag Vormittags, wenn der Arbeitstag dieser Frauen beginnt. 
  • Im Mittelpunkt der Predigt steht oft Lehre und Theorie; die Frauen brauchen eine einfache, praktische, interaktive Botschaft und Menschen, die sie ernstnehmen. 
  • Gottesdienste gehen oft feierliche zwei Stunden lang. Dabei fallen erschöpften Frauen die Augen zu…
Gebetsgemeinschaft im Café
Wie so ein Gottesdienst aussieht, sehe ich noch in der selben Nacht. Um 20 Uhr treffen sich die Mitarbeiter in einem Café, um bei einem Getränk miteinander für diese Frauen und den bevorstehenden Gottesdienst zu beten. In insgesamt sieben Gebetsrunden bringen wir die verschiedenen Einkaufszentren der Stadt und weitere Anliegen vor Gott. Das Gebet ist ernsthaft und ausdauernd, Zeit spielt keine Rolle.

Als wir um halb zehn fertig sind, gehen wir in einen Gottesdienstraum im vierten Stockwerk (den einzigen kirchlichen Raum weit und breit, weil die Mieten horrend teuer sind), welcher der Gruppe auf wunderbare Art zur Verfügung gestellt wurde. Stuhl um Stuhl wird von müden Verkäuferinnen besetzt, deren Läden gerade erst geschlossen haben. 

Leider bleibt die Zahl der Besucher an diesem Abend klein (wir sind alle zusammen nur 17 Personen). Es wird viel gesungen, sehr viel gebetet (beides im Stehen - in Asien wird Gott nicht im sitzen angebetet wie bei uns in Deutschland..). Da nicht nur die Frauen, sondern auch ich sehr müde bin, bekomme ich von der kurzen Predigt nur wenig mit. (Es könnte natürlich auch daran gelegen haben, dass ich kein Chinesisch kann…)

Spät in der Nacht kommen wir wieder nach Hause und ich beginne zu verstehen, warum Elisabeth bewusst ist, wie herausfordernd diese Arbeit für Missionare ist:
  • Die Arbeitszeiten sind extrem unkonventionell (sprich: unregelmässig). 
  • Die Menschen sind spontan (es kann gut vorkommen, dass man mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt wird oder zu irgendwelchen Notfällen gerufen wird). 
  • Die Gemeinschaft untereinander ist eng, denn man braucht sich als Team. Das hält nicht jeder aus.
Es werden dringend weitere Mitarbeiter gebraucht, auch aus Deutschland und der Schweiz. "Am geeignetsten wären Mütter, denn die haben all diese Herausforderungen in ihrem Leben bereits gemeistert", lacht sie.

Montag, 11. Juni 2012

Hier redet man nicht aneinander vorbei...

Taiwan Tag 4
Klicke auf das Bild, um zum Fotoalbum zu gelangen

Was ich hier in Taipei gesehen habe, ist wahrlich spektakulär. Als Appetithappen gibt es ein paar Fotos von einer Gemeinde, die nicht nur die Sprache der Menschen der Zielgruppe spricht, sondern das gesamte Programm nach ihnen ausrichtet. 

Ich war erst nach Mitternacht wieder vom Gottesdienst zurück in der Wohnung, aber hellwach von dem, was ich erlebt hatte. In den nächsten Tagen werde ich noch mehr darüber schreiben: Heute musst du erst einmal mit den Bildbeschreibungen vorlieb nehmen. 

Sonntag, 10. Juni 2012

Abwanderung als Erfolgsrezept?!


Birgit vor der Schule, in der sie einmal im Monat
alle Klassen unterrichten kann
Heute bin ich mit Birgit Glaw unterwegs. Sie ist bereits in ihrem vierten Term. Nach den ersten zwei Jahren Sprach-studium arbeitete sie zwei Jahre bei Elisabeth Weinmann mit, um deren Jüngerschafts-Programm zu studieren, "das immer noch der beste Ansatz für Taiwan ist, das ich kenne". Mittlerweile ist sie im dritten Term in Chiayi und gehört zur kleinen Stadt dazu.

Die Vision des Teams ist die Gründung von Hausgemeinden. Leider gibt es noch keine einzige funktionierende Hausgemeinde unter der Arbeiterschicht… Es kamen zwar schon viele Leute zum Glauben, aber die meisten zogen dann um (Zitat: "Taiwanesen sind immer auf Wanderschaft…") oder gehen jetzt in andere Gemeinden.

So ging es zum Beispiel mit Akin, die von Birgit viel Unterstützung bekam, als sie einen behinderten Sohn zur Welt brachte. Dieses "Unglück" war ein massiver Gesichtsverlust für die junge Frau und durch monatelange Begleitung durch Birgit fand sie zurück zu einem persönlichen Glauben. Sie wurde wieder Teil von einem kleinen Hauskreis, bevor sie dann in eine sehr traditionelle presbyterianische Gemeinde wechselte. Dort ist sie sehr aktiv und hat nach dem Vorbild, das sie von der ÜMG erhalten hat, nun auch den allerersten Hauskreis gegründet.

Dies ist toll für die Gemeinde, aber ÜMG hat eben nicht den Nutzen davon... Andererseits möchten wir ja, dass die lokalen Kirchen und Gemeinden die Methoden und Erkenntnisse unserer Teams abgucken und umsetzen.

Wie erreicht man traditionelle Taiwanesen auf dem Land?

Vor dem Zentrum des Village Gospel Teams
Hilfe bekommen ÜMG Mit-arbeiter vom Village Gospel Team , das seit November 2011 in einem kleinen Dorf im neuen Arbeits-gebiet von Birgit und ihrem Team arbeitet. Diese Organisation hat 26 Mitarbeiter in 13 Gemeindepflanzungen, fast alle im Südwesten Taiwans. Im Sommer bekommen die Team Unterstützung von Unistudenten und Kurzzeitteams aus dem Ausland (OMF und VGM teilen sich oft diese Teams).

Ich lerne Brenda und Kim kennen. Brenda möchte in diesem Sommer auf die Bibelschule, Kim erst nächstes Jahr. Ein spannender Ansatz: erst wird mal eine Gemeinde gegründet, man kann sich später immer noch theologisch bilden…