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Samstag, 23. September 2006

Willkommen zum Totenfest

Wer immer noch der Meinung ist, das Buddhisten glückliche Leute sind und ihr Glaube retten kann, sollte im Oktober mal nach Kambodscha kommen.
 
Nachts werden wir jetzt zwischen 3 und 4 Uhr morgens aus dem Bett geworfen!! Diesen Monat findet das "Totenfest" statt, das zweitgrösste Fest des Jahres. Dem Glauben zufolge, werden die Geister der Verstorbenen für einen Monat aus der Hölle gelassen, damit sie sich einmal wieder satt essen können. Sie streifen durch 7 Klöster. Wenn ihre Verwandten dort keine Nahrung für sie hinterlassen haben, werden diese mit Krankheiten und Problemen aller Art bestraft!  Es traut sich fast niemand, dieses Risiko einzugehen.   
 
Nachts um 3 werden in den Tempeln die Lautsprecher angemacht. In Ohrenbetäubender Lautstärke werden wehleidige Lieder über die umherziehenden, hungerden Geister der verstorbenen Eltern abgespielt sowie Singsang-Gebete in antiken Sprachen gesprochen. Der Hauptzweck ist, den Glauben an die - in böse Geister verwandelte Ahnen - zu mehren und Menschen Angst zu versetzen, damit sie ihre Opfer bringen. Wie das in unserem Haus ohne Fensterscheiben klingt und wie gut man dabei schläft, könnt ihr vielleicht ahnen...  
 
Diese Zeit ist für unsere jungen Christen extrem schwierig. Auch von ihnen wird erwartet, dass sie den Verwandten Opfer bringen. Donnerstag haben wir alle gemeinsam den Tag verbracht und uns gegenseitig mit Liedern, Gebet, Gottes Wort und gutem Essen ermutigt.  Die Zahl der Gottesdienstbesucher hat in diesem Monat ziemlich abgenommen, was zeigt, wie Satan die Menschen in Ketten hält!

Freitag, 14. Juli 2006

Unser Hochzeitstag!

Letzte Woche feierten wir unseren 8. Hochzeitstag nach. Unsere Kurzzeiterin guckte nach den Kindern, und so konnten Marlen und ich ganz alleine und privat nach Kratie fahren, um eine Pizza oder sonstwas Schönes zu geniessen.
 
Um 7 fuhr unser Taxi. Nissan hat ein schönes Modell mit viel Platz im Fahrerhaus und einer überdachten Ladefläche hinten, wo man sitzen kann. Statt der vorgesehenen 8-10 Personen drängten sich 17 Erwachsene auf die schmalen Bänke, plus einige Kinder. Auf dem Dach sassen nochmals 6 Männer. Überall, auf dem Dach und zwischen unseren Füssen, lagen Säcke mit Obst und allen möglichen Sachen. Es war eng, aber es fand sich immer noch Platz für neue Fahrgäste.
 
Kurz vor Kratie gab es eine Polizeikontrolle. Zuhause hätten die uniformierten Kollegen am dem Gefährt bestimmt hunderte von Mängeln gefunden. Hier ging es nur darum, das Fahrgäste auf dem Dach sassen, aber mit einigen tausend Rieln (vielleicht 1 oder 2 Dollar) war das Problem behoben. Kurz darauf gab es wieder einen Stop. "Wir sind gleich da. Geht besser nochmals pinkeln." Fast alle Fahrgäste quälten sich aus dem Auto und schlugen sich in die Büsche. In Kratie gibt es keine öffentlichen Toiletten, darum war das gar keine schlechte Idee.
 
Als wir ankamen, hatten alle westlichen Restaurants zu. Schliesslich kamen wir doch noch zu einem Hamburger. Nach 3 Stunden "feiern in Freiheit" fuhren wir wieder nach Snuel zurück.

Sonntag, 25. Juni 2006

Kambodscha im WM-Fieber!

Kambodscha ist im Fussballfieber! An allen Ecken kann man Wetten für die Spiele des Tages abschliessen. Ahnt man oft nicht schon vorher, wer Sieger wird? Natürlich! Der ersehnte Reichtum scheint zum greifen nah!
Aus diesem Grund wird viel Geld in die Wettbüros getragen. Allein in der Hauptstadt Phnom Penh geht man von täglichen Wetteinsätzen von 2 Millionen US$ aus!! Aber im 7ärmsten Land der Welt ist das Geld knapp! Die Zahl der Einbrüche und Motorraddiebstähle ist sprunghaft angestiegen. Ein Angstellter z.B. stahl 40.000 US$ (!) von seiner Firma und verlor alles Geld in einem Spiel!
Eine Wurzel allen Übels ist die Geldgier! Wer reich werden will, gerät in  Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.
Wir wünschen es unseren Freunden so sehr, dass sie in Jesus ihren Vater und Versorger kennenlernen. Er gibt seinen Kindern immer genug. "Jeder ist reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat." 1 Timotheus 6 (Hfa)
Du und ich, wir wollen Jesus heute bewusst danken und mit dem zufrieden sein, was wir haben!

Mittwoch, 14. Juni 2006

Deutsche Eindrücke

Judith, eine Kurzzeiterin aus Brake, hat uns zwei SPIEGEL-Hefte mitgebracht. Es ist immer klasse und erholsam, aktuelles aus Deutschland zu lesen. Man hat auch mal wieder Zeit, über sein Herkunftsland nachzudenken. Mit dem grossen Abstand ist es spannend, zu beobachten, wie es geistlich in Gesellschaft aussieht.
 
Mir fiel auf: In gewohnter SPIEGEL Manier wird alles, was in Gesellschaft und Kirche passiert, in den schwärzesten Farben gemalt. Alles und Jedem wird "Arroganz" vorgeworfen, nur von der Arroganz der Journalisten ist nix zu lesen. Es ist mir rätselhaft, wie man so negativ denken und schreiben kann, so zerstörerisch und unzufrieden.
 
Mir gefällt indessen Epheser 4,29: Laßt kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet (und schreibt), was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.
 
Wollen wir nicht auch in unseren Gemeinden mehr von der Frucht des Heiligen Geistes empfangen und leben? Liebe, Freude, Friede, Freundlichkeit, Güte, Sanftmut usw. Bedenke das Zitat von J.O. Fraser: "Entmutigung kommt immer vom Teufel!" Was entmutigt dich, ob nach SPIEGEL Lektüre oder ohne? Es kommt bestimmt vom Vater der Lüge!
 
Dann fiel mir die geballte Ladung an Werbung auf. Glauben die Leser wirklich, das man mehr als Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf zum Leben braucht? Wie dumm!!!! Die Zunahme an Finanz- und Versicherungswerbung ist bezeichnend. Hast du auch Angst vor dem, was kommen könnte? Dann knüpfe deine Beziehung zu Jesus enger!