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Sonntag, 21. Mai 2006

So ein Leben!!?!? Sich wundern im Wald...

Vorgestern habe ich wieder 3 unserer Lese- und Schreibklassen besucht. Leider hatte es vorher geregnet, so waren die Wege wieder matschig. Das Wasser in den Bächen war zum Glück noch nicht so hoch. Man konnte mit dem Motorrad noch durchfahren.
 
Oft sitze ich mit den Lehren und sonstigen Dorfbewohnern zusammen, rede mit ihnen und wundere mich im Stillen, wie man in einem solchen Dorf, in so einer Gesellschaft leben kann! Ich beobachte, wie die Kinder miteinander spielen, wie manche Mädchen schwer arbeiten müssen, die Männer zusammenhängen und die Frauen gelangweilt in den Hängematten liegen. Ich vermisse Wärme und Liebe und irgendwas, was das Leben dort "sinnvoll" macht. Es ist so eine andere Welt, so unverständlich für mich, selbst nach 5 Jahren.
 
Heute morgen gingen mir 3 Lichter auf, für die ich Gott dankbar bin.
1) Vergleiche ich die Werte und das Leben der "Dörfler" mit Deutschland, ist vielleicht beides gleich "sinnlos", von aussen betrachtet. Würde man jemand vom Dorf in die Marburger Oberstadt oder die Stuttgarter Königstraße setzen, wie würde er das Leben und Treiben beurteilen??
(Das ist zwar eine Binsenwahrheit, aber ich muss immer wieder selber neu darüber nachdenken, was mein Leben wertvoll und lebenswert macht!)
 
2) Die Dörfer von heute morgen gehören allesamt zu den "Minderheitenvölkern". In Snuel leben 78% Khmer, 4% Muslims und 18% andere, kleine Volksgruppen. Das Leben und Handeln der Khmer habe ich vielleicht zu 60 % verstanden und schätze es zum grossen Teil.
Die heutige Erfahrung zeigt mir, wie grundverschieden die Traditionen in den Volksgruppen sind. Sprache, Werte und Gewohnheiten sind einfach anders.
Meine "kulturelle Landkarte" passt für diese Welt nicht mehr.
 
3) Jesus geht es nicht so wie mir... Ihm sind die Menschen nicht fremd, er versteht sie und liebt sie. Aber es braucht Menschen, die sich, wie er, auf diese Menschen einlassen, sie verstehen lernen um ihnen das Evangelium bringen. In der genannten Volksgruppe weiß ich in Snuel von keinem einzigen Christen.
Wäre das was für dich?

Dienstag, 25. April 2006

ER ist der Herr - ER erhört Gebet!

Eine Ermutigung gefällig?? Letzten Monat fuhr ich wieder unsere Literacy-Dörfer besuchen. Dabei kam ich in ein Dorf, für das letztes Jahr fast alle unsere Gemeinden gebetet haben! (Erinnert ihr euch? Ich erzählte von dem ehemals "christlichen Dorf", die wieder glauben wollten, sobald ich sie regelmässig in der Bibel unterrichten würde...).
 
Jedenfalls hatte ich bisher keine Gelegenheit, dieses Dorf länger als nur eine halbe Stunde im Monat zu besuchen. Doch beim letzten Besuch fragte ich nach, ob sich denn sonst geistlich was bei ihnen getan hat.
 
"O ja!" sagten sie. "Jeden Monat kommen einige Christen aus Kratie, um uns von Jesus zu erzählen, manchmal sogar zweimal monatlich. Sie unterrichten die Kinder und helfen uns Erwachsenen. Jesus ist echt Klasse!!"
 
Das hat mich gefreut! Jesus hat unser Gebet gehört, dieses Dorf auf sein Herz genommen und andere Christen geschickt (die ich gar nicht kenne...). Was kann Jesus tun, wenn wir beten. Manchmal denken wir, wir müssten unsere Gebete 'selber erhören'. Müssen wir gar nicht - schliesslich ist ER der Herr!!  

Freitag, 14. April 2006

Hochzeits-Eindrücke...

Letzte Woche war ich auf der Hochzeit meines Sprachlehrers. Die Einladung kam etwas überraschend, weil er bis vor wenigen Wochen noch glücklich (?!) ledig war. Nun ja, meist sind es die Eltern, die eine Braut suchen und die Hochzeit festlegen.
 
Im Gegensatz zu Europa, werden nicht nur enge Freunde eingeladen. Nein, jeder bekommt eine Einladung mit Umschlag, den man auch nur ganz entfernt kennt. Der Grund ist, das jeder Gast Geld in den Umschlag stecken muss, um die Kosten zu decken. Dafür gibt man sonst keine Geschenke, nur Kohle. Und es gibt auch kein besonderes Programm. Während des Tages findet nur eine relativ kurze buddhistische Zeremonie mit den engsten Verwandten statt.
 
Am Abend kommt dann der geladene Gast zu einem 7-8 Gänge-Menü. Im Hintergrund spielt eine Band so laut, das man sich mit seinen 9 Tischnachbarn nicht unterhalten kann. Darum ißt man nur und trinkt in der knappen Zeit so viel Bier, wie möglich... Das Geld muss sich möglichst lohnen.
 
Diesmal gab es eine Überraschung. Es wurden zwei Reden gehalten. Allerdings gab es keine Glückwünsche für das Brautpaar oder ein Dankeschön für die Gäste. Die Firma "Angkor Bier" (mit dem Slogan "Mein Land - Mein Bier!") machte heftig Werbung. Der Redner lobte, wie gut das Bier sei und wie billig. Wenn man an einer Hochzeit ihr Bier tränke, gäbe es immer für alle 10 Kisten eine halbe Kiste dazu geschenkt! Und so weiter...
 
So was! dachte ich mir. Und wieder einmal tat es mir leid, das der Alkoholsektor hier fast das Einzige ist, was sichtbar und spürbar grosse Sprünge nach vorne macht!

Mittwoch, 22. März 2006

Kurzbericht übers Snuel-Team

Diesen Bericht schrieb ein Besucher nach einem langen Wochenende bei uns. Wenn ihr Englisch könnt, erfahrt ihr eine Menge mehr über die Arbeit der ÜMG in Snuel. 

"What a joy it was to be in Snuol last week and see the team in action! Children singing enthusiastically and listening carefully to the story; men, women and young people joining in the worship and paying close attention to the Bible teaching; a worried mother so grateful for Joachim's visit and prayer over her sick daughter; contacts being made, friendships being developed.
 
We also had the opportunity to visit one of the schools where Muriel is working. One of the teachers there described her role as "helping develop our minds". Muriel teaches from time to time in order to model how to teach English effectively, but her main job is to train the Cambodian teachers to do their job better. Capacity building was one of the key core values discussed at the Development Work Forum earlier this week. As OMF Development Workers, we aren't just here to do a job, we're here to train, equip and enable others to do those jobs.
 
Of course, we want to do more than this. By living a life of integrity and by sharing the Good News with sensitivity we hope that many people will come to faith and maturity in Jesus Christ. Can I ask you to take a few extra minutes this weekend to pray especially for the teachers that Muriel works with - and for the friends and colleagues of all our Development Workers? Thank you. "